Der Mensch
Hallo Leute! Heute gibt's eine neue Kurzgeschichte. Nicht so ganz das übliche Lustige, ich hoffe dennoch, dass sie euch gefällt. Und dass sie euch zum Nachdenken anregt, denn genau das ist es meiner Meinung nach, was eine Kurzgeschichte tun sollte: zum Nachdenken anregen.
Der Mensch
Die Axt drang immer tiefer in das Holz des Baumes ein. Stück für Stück schlug das Metall eine Spalte in den Stamm bis das vertraute Knirschen ertönte. Er lehnte sich gegen den Baum und brachte ihn mit Leichtigkeit zum Fallen.
Der Mensch hatte einen dicken Bauch, kurze fettige Haare und unter seinen Achseln waren auf seinem Hemd, das er aufgeknöpft hatte, große Schweißflecken erschienen. Er betrachtete zufrieden den Baum, der nun vor ihm lag. Er legte seine Axt auf die Schulter und wollte sich zum nächsten Stamm aufmachen.
Doch da war kein Stamm mehr. Er sah sich nervös um. Er befand sich auf einer winzigen Insel, wohin er auch blickte nur das Meer. Das Meer, das irgendwie unnatürlich aussah. Mit weit aufgerissenen Augen wurde ihm bewusst, dass er den letzten Baum auf seiner Insel gefällt hatte. Dabei waren doch so viele dagewesen, als er angefangen hatte! Und diese Insel hier hatte es damals auch noch nicht gegeben! Er starrte panisch in den Himmel. Erst jetzt fiel ihm auf, dass das schöne Blau von früher sich in ein hässliches Braun-Gelb verwandelt hatte. Und wieso war es hier so warm? Das war es doch bisher auch nicht gewesen! Oder etwa doch?
Er lief los, doch kurz vor dem Wasser fiel der Dicke über einen kleinen Felsen. Wenige Zentimeter vor ihm spülte das Meer über den Sand und hinterließ schwarze Flecken. Zitternd setzte er sich auf den Felsen und blickte auf das Meer hinaus. Wie lange er wohl schon hier war? Er wusste es nicht genau. Seine Erinnerungen an diesen Ort hier waren so anders, so schön.
Plötzlich vernahm er ein flehendes Geräusch. Als der Dicke sich umsah, bemerkte er einen Vogel, der komplett mit Öl verklebt war und an dem kleine Plastikteilchen hingen.
„Es wird alles gut, mein kleiner!“, sagte der Mann, nahm ihn in den Arm und begann, die Plastikschnipsel aus den dreckigen verklebten Federn des Tieres zu picken.
Wenige Minuten später schloss der Vogel die Augen und machte seinen letzten Atemzug.
Der Mensch presste ihn an sich und schrie gequält: „Wieso?“
Ganz leise weinte er, als er verstand, was er getan hatte. Als er verstand, dass es nun zu spät war.
28. Januar 2012
laurent96 am 28. Januar 12
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Eine Reise beginnt
Moin!
Laurent ist mein Name und wie ihr am Titel dieses Blogs unschwer erkennen könnt, habe ich vor Buchautor zu werden. Nun, eigentlich habe ich bereits ein Buch geschrieben, konnte jedoch bisher noch keinen Verleger dafür begeistern...
Naja, ein großes Hobby von mir ist jedenfalls - was für eine Überraschung - das Schreiben. Genauer: ich schreibe gerne lustige Kurzgeschichten, aus denen mein Buch (das im Übrigen "Zwerge - was für Trottel" heißt) zum größten Teil auch besteht.
Ich hoffe, dass ich hier den ein oder anderen Leser gewinnen kann, der mich auf meiner Reise zum Autor eines Buches (mit Verlag und Pi Pa Po!) begleiten will.
Und jetzt versuche ich erstmal, aus diesem HTML-Kram schlau zu werden.
laurent96 am 12. Januar 12
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